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Die XXL-Lüge in der Faulenstraße

"Weniger als 3 Millionen Arbeitslose". Mit diesem Text prangt ein Riesenplakat an einer Häuserwand in der Faulenstraße gleich in Nachbarschaft zu Radio Bremen.
Eine XXL-Lüge, wie jeder informierte Bürger weiß:

Denn in Wirklichkeit sind es um die 4,5 Millionen.
Denn es werden nur etwa drei Viertel der Bezieher von Arbeitslosengeld I als arbeitslos geführt. Beim Arbeitslosengeld II, bekannt als Hartz IV, tauchte 2007 sogar nur knapp die Hälfte der Empfänger in der Arbeitslosenstatistik auf.
In der Zahl von 3 Mio werden die nicht mitgezählt, die an Maßnahmen der Arbeitsförderung teilnehmen. Das betrifft die Fort- und Weiterbildung genauso wie Trainings- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Auch wer einen Ein-Euro-Job hat, ist offiziell nicht arbeitslos. Eine Sonderregelung gilt für alle ab 58 Jahren. Wer in diesem Alter mindestens ein Jahr Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezogen, aber kein Job-Angebot bekommen hat, ist laut Statistik nicht arbeitslos. Seit 2009 erfasst die offizielle Arbeitslosenzahl auch diejenigen nicht mehr, mit deren Vermittlung private Anbieter beauftragt sind. Doch die Arbeitsministerin lügt weiter im XXL-Format. Irgendwie erinnert einen das langsam an die Propagandamaschinerie in der DDR. Ob Frau von der Leyen sich den Ort ihres Werbebanners extra ausgesucht hat: die FAULENstraße?
Auf jeden Fall paßt es für unsere Redaktion gut dorthin: wegen der Nachbarschaft zum Staatssender Radio Bremen der mit seiner Sendung Buten & Binnen" schon seit jeher kräftig im Sinne Bremens die wahren Verhältnisse am Arbeitsmarkt verbog.
Zum Glück handelt es sich hier um einen Straßenabschnitt in den sich trotz krampfhaftem Bemühen der "Bremer Medienmeile" sowieso kaum jemand hinverirrt.

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