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Die 1-Euro-Job Lüge des Weser-Kurier

....Es werden auch schnell "passende" Beispiele vom Weser-Kurier für das "öffentliche Interesse" der 1-Euro-Jobs mitgeliefert:
1-euro-Jobberin bei „Robin Wood“ . Ein Schul-Hausmeisterhelfer der berichtet., er schätzte vor allem den geregelten Tagesablauf und den Rhythmus, den ihm der In-Job gibt. Zu seiner Lage mit über Fünfzig auf dem Arbeitsmarkt wird er zitiert: „Ich krieg‘ ja nix anderes mehr.“
Dabei scheint den Autoren (und ihm selbst) nicht aufzufallen, dass diese Aussage der angeblich immer besser werdenden Arbeitsmarktlage für Ältere widerspricht. Eine Behauptung, die übrigens auch der WK unrecherchiert widergibt.
Außerdem: Wie „geregelt“ wäre wohl erst dessen Tagesablauf, wenn er eine korrekte Festanstellung für anständige Bezahlung hätte?

Das "öffentliche Interesse" ist übrigens ein in keiner Weise definierter Begriff. Er wird immer dann vom Staat (hier speziell von der Justiz) angewendet , wenn er im Begründungsnotstand ist
Wie das sogenannte "öffentliche Interesse" von 1-euro-Jobs aussieht: siehe unten.

Sozialbehörde lügt bei
Zusätzlichkeit von 1-Euro-Jobs

Definition von InJobs (1-euro-Jobs):
Un
ter Integrationsjobs (In-Jobs) laut Arbeitsagentur, versteht man zusätzliche Beschäftigungsangebote, die langzeitarbeitslosen Menschen zur Verfügung stehen, um an reguläre Arbeit herangeführt zu werden. Zusätzlich?!
Das ist Definitionssache. Und diese Definition, was zusätzlich ist, entscheiden Politiker !

Das zynische dabei: in dieser offiziellen Definition wird mit keinem Wort erwähnt, daß, wer sich weigert einen solchen InJob zu übernehmen, mit Kürzungen des ALG II bedroht wird. Und zwar so, daß ihm die Existenzgrundlage entzogen wird.

Ein krasses Beispiel aus der Vergangenheit, wie "zusätzlich" solche Jobs in Bremen sind: Luftbildauswertungsassistent bei der Bremer Polizei. Sehr zusätzlich, oder?!

Unsere Recherchen auf der Webseite der Bremer Arbeit GmbH ergaben damals Folgendes:
Es gab auf deren Website keinerlei Möglichkeit eine schnelle Übersicht zu finden welche 1-Euro-Jobs insgesamt in Bremen wo existieren. Man mußte Schlagwörter eingeben, was eindeutig verhindert einen schnellen Überblick zu bekommen. Die Stellenbeschreibungen waren zum Teil mehr als schwammig.
Weiter war auf der Seite angegeben, daß im Bereich In-Jobs keine Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen angezeigt werden. Diese Informationen würden Interessierte Beschäftigungssuchende bei den zuständigen Mitarbeiter/innen der BAgIS im Rahmen des Vorstellungs- und Zuweisungsverfahren bekommen. D.h. man bekam nur Informationen, die die Bremer arbeit GmbH "vorkaute" . Unternehmer, die herausfinden wollten, ob diese InJobs Ihnen die Aufträge wegnehmen, bekamen so schon mal gar keine Infos.

Dazu bitte auch lesen: "SPD möchte Flüchtlinge als Arbeitssklaven für die Wirtschaft"

Beispiele für sogenannte InJobs:
Ang.Nr.: 165U25MV10-5568 Bezeichnung: U25MV10 Helfer/in f. ungelernte Tätigkeiten im Handwerk, Medien- Service- Helfer/in, Helfer/in im Küchenbereich.
Tätigkeit: Auf- und Abbau bei Veranstaltungen der Kooperationspartner im öffentlichen Raum, wie z. B. bei Zeltlagern, Stadtteilfesten, Infoveranstaltungen im Stadtteil,
Man muß sich diese Formulierung mal auf der Zunge zergehen lassen: Da wird der Bogen gespannt von Medien- bis Küchenbereich. Welch präzise Stellenbeschreibung!

Beispiel "quirl - Gesunde Ernährung"
Auch diese Organisation wird mit 1-euro-Jobbern versorgt.
Qirl laut eigener Webseite: " In unseren 10 Küchen in verschiedenen Stadtteilen und Einrichtungen bieten wir täglich warme und kalte Verpflegung. Für Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen liefern wir Mahlzeiten für Kinder pünktlich ins Haus"
Eindeutig Tätigkeiten die nicht zusätzlich sind, denn solche Arbeiten werden normalerweise von Kantinen /Großküchen übernommen, in denen Arbeitnehmer mit normalem Gehalt beschäftigt werden müßten.
Am Rande sollte man sich überlgen, daß von diesem Angebot auch Eltern von Kindern profitieren, die als Doppelverdiener ihre Kinder in diese Betreuung geben. Sprich: Sie werden reich, während ihre Kinder von 1-Euro-Jobbern versorgt werden!

Beispiel:
20U65BP08-4248 Spielplatzbau
Spielplätze werden normalerweise von Bauunternehmen gebaut, nicht von 1-Euro-Jobbern

Ein Großteil der Integrationsjobs oder In-Jobs, wie sie in Bremen genannt werden, werden von den Mitgliedern des Verbunds arbeitsmarktpolitischer Dienstleister in Bremen e.V. (VaDiB) im Rahmen von Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten für Langzeitarbeitslose angeboten.

Stellungnahme von VADIB:
"...Der weitaus größte Teil der Menschen in den Maßnahmen üben ihre Tätigkeit gerne aus, empfinden ihre Arbeit als sinnvoll ... Diese Erfolge sind nur auf der Basis der absoluten Freiwilligkeit der Teilnahme zu erzielen..."
"....Daher sind die Tätigkeiten stets im öffentlichen Interesse und die Zusätzlichkeit der Arbeiten ist gewährleistet..."

Woher nimmt Vadib seine Erkenntnis? Das bleibt im Verborgenen. Wer allerdings aufmerksam in Internetforen recherchiert, bekommt ein ganz anderes Bild.