Bremer Verbindungen

Die betrügerische Chefin der „Nordseepflege“, die AWO und die SPD

Sie wurde von den Medien als türkischstämmiges Arbeiterkind dargestellt, das quasi eine Karriere wie „vom Tellerwäscher zum Millionär“ machte (obwohl sie ein privates türkisches Internat besuchte) und erhielt Preise wie „Beste Arbeitgeberin 2012/2013“ obwohl später Mitarbeiter (siehe weiter unten) laut Bremer Medien auch anderes zu berichten hatten und ließ sich von einem angeblich unabhängigen Unternehmen prüfen, um als erster deutscher Pflegedienst 2009 mit fünf Sternen ausgezeichnet zu werden: die Geschäftsführerin und Inhaberin der „Nordsee-Pflege“, Gülsen S., eines Unternehmens das in der Branche der lukrativen Altenpflege (Betrieb mehrerer Tagespflege und betreutes Wohnen) tätig war/ist.

Doch im November 2016 wurde Frau S. wegen Abrechnungsbetruge in über 1000 Fällen vom Landgericht Bremen zu 5 Jahren Haft verurteilt. Damit blieb das Bremer Landgericht genau bei der Grenze, die es der inzwischen praktischerweise schwangeren S. ermöglichte, als Mutter sich während der Haft nur nachts in der Strafanstalt aufhalten zu müßen.

1 Tag vor Urteil: fast halbe Million auf Konto ihres Lebensgefährten und Ex-“Nordseepflege“- und Ex-AWO-Geschäftsführer

Pikant: einen Tag vor der Urteilsverkündung wurden laut Bremer Medien 460.000 Euro von Gülsen S. Firmenkonto auf das Privatkonto ihres Lebensgefährten überwiesen. Dieser, Thomas H.war bis September 2016 noch einer der Geschäftsführer der „Nordseepflege“.

Was die Medien nicht schreiben:
Lebensgefährte war Geschäftsführer der AWO, in desen Vorstand SPD-Genossen sitzen

Thomas H. war aber vorher Geschäftsführer der „AWO Betreuungs- u. soziale Dienste Vechta gGmbH“ und „AWO Pflege- und Betreuungsgesellschaft gGmbH“. Diese beiden Unternehmen gehören zum AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V.
Dort im Vorstand: SPD-Politiker, Ex-Oberbürgermeister von Delmenhorst und IGM-Mitglied Harald Groth. Geschäftsführerin Hanna Naber: Mitglied des SPD-Bezirksvorstandes Weser-Ems.
SPD-Genosse Groth trat wegen der so genannten Blaupapier-Affäre trat er als Oberbürgermeister zurück. Bei einer geheimen Probeabstimmung zum Haushalt hatte man Pauspapier unter die Stimmzettel gelegt, um Abweichler zu erkennen. Rechtliche konsequenzen für Groth : keine
SPD-Genossin Naber: war früher bei den Jusos und Mitglied der „Europa-Union/Europäische Föderalisten, „SJD-Die Falken“, ver.di
Thomas H. ist heute tätig bei der „Pflege plus UG“
Verbindungen zur AWO gibt es übrigens auch in einem anderen Bremerhavener Betrugsfall in den der Bremer SPD-Abgeordnete Öztürk und dessen Vater verwickelt sind. Dazu bitte lesen: "Systematisch organisierter Sozialbetrug durch SPD-Politiker - Bremer Medien vertuschten SPD-Verbindungen"
und zum SPD-Genossenverein AWO bitte lesen: "Die AWO"

Organisierte Strukturen eine Pflegemafia

Die Bremer Staatsanwaltschaft sprach von „organisierten Strukturen eine Pflegemafia“. Gülsen S. solle Schluß mit ihrem Robin-Hood-Gehabemachen (denn so stellte sich S. während des Prozesses dar: Sie hätte die Betrügereien zum Wohle der Patienten gemacht. Und - so die Staatsanwaltschft weiter: S. habe nicht nur ihre Kunden jahrelang ausgenutzt und auf geradezu niederträchtige Art und Weise unter Druck gesetzt, sondern auch ihre Beschäftigten. Es sei ihr um Geltungssucht gegangen: „Vom Punto zum Porsche.“ Während des Prozesses kam heraus, daß diese „beste Arbeitgeberin“ Mitarbeiter die den Abrechnungsbetrug nicht mitmachen wollten unter Druck setzte, oder von ihren Patienten Blankovollmachten verlangte und, wenn sie diese nicht gaben, drohte deren Mietvertrag zu kündigen und Hausverbot zu erteilen.

Chefin der "Norseepflege" machte schon früher falsche Angabern

Doch um ein solches Unternehmen aufzubauen braucht man bekanntlich Kapital. Das kam von der Sparkasse, die Sariergin einen Millionenkredit bewilligte (später arbeitet Gülsen S. mit der "Bremerhavener Bürgerstiftung“ zusammen in deren Führung zu dem Zeitpunkt u.a.Uwe Perl, Sparkassenführungskraft und geplanter Weser-Elbe-Sparkassenchef saß). Den bekam sie - zumindest wenn man ihren Aussagen in „Brand1“ glauben darf - indem sie die Bedingungen der Sparkasse für den Kredit (die geplanten 42 Wohneinheiten müßten vor Baubeginn vermietet sein) dadurch erfüllte, daß sie für den Bau ihres geplanten Unternehmens log und behauptete alles sei schon im Voraus zu 100% von der Sparkasse abgesichert.

Manager kam von "Marseille-Kliniken"

Gülsen S. Organisationsmanager Jürgen Traub kam von der „Marseille-Kliniken AG“. Ulrich Marseille ist ein aus Bremerhaven stammender Rehaklinik- und Altenheimbetreiber. Über die „Marseille-Kliniken heißt es in den Medien: „Schmutzige Geschäftspraktiken, hohe Fluktuation und Führungschaos bestimmen den Alltag des Pflegeanbieters,“ (Wirtschaftswoche 19.2.2013) Übrigens die Marseille AG war der Vermieter (Siekertalklinik in Bad Oeynhausen.) des kriminellen Bremen-Ost Verwaltungsleiter Andreas Lindner, den sie zeitweise zum Leiter von 15 Reha-Kliniken machte. Lindner hatte vor 10 Jahren in Bremen das Klinikum-Ost um ca. 9 Millionen Euro betrogen (Dazu bitte lesen: „Der SPD-Staatsrat Knigge, der vorbestrafte Klinikchef Lindner und der Klinik-Ost-Skandal“

WK-Reporterin in Redaktion von Nordseepflege-Zeitung

Andrea Grotheer arbeitete 2016 in der Redaktion der „Nordsee-Pflege"-Zeitung „Herz&Hand“. Sie ist gleichzeitig WK-Reporterin, schreibt für das „Osterholzer Kreisblatt“ (Bezirksbeilage Weser-Kurier)