Gesundheitswesen

Die Ekel-Klinik:
Der Skandal auf der Neugeborenen-Station des Klinikums-Mitte

2011 starben im Klinikum-Mitte 3 Neugeborene an einem gefährlichen Keim. Mindestens 9 Frühgeborene erkrankten. Bei 23 Kindern wurde der Erreger nachgewiesen.
Bei allen Fällen war von den Ärzten auf der Station eine natürliche Todesursache auf dem Totenschein angegeben worden.

Der Erreger war schon ein halbes Jahr vorher festgestellt worden. Doch „vergessene“ Akten und Proben belegten: den Keim gab es schon seit 2009.

Im Feb 2012 taucht der gleiche Keim erneut auf. 3 weitere Neugeborene sterben.

Stationsmitarbeiter arbeiteten trotz möglicher Keimbelastung weiter

Zur Untersuchung des Keimes nahmen die betroffenen Mitarbeiter der Neugeborenenstation die Keim-Abstriche selbst vor und arbeiteten vor Ergebnis weiter in Frühchenstation
Die Screenings waren in die Kritik geraten, weil die Mitarbeiter die Abstriche zum Teil selbst vornehmen konnten und noch vor dem Vorliegen der Ergebnisse weitergearbeitet hatten.
„Die Senatorin gesteht mit dieser Reaktion ein, dass die bisherigen Screenings völlig unzureichend waren“, kritisiert der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Rainer Bensch. „In diesem Skandal gibt es für die Verantwortlichen keine Schonfrist mehr.“
WK 10.3.12

2 Paar Handschuhe zur Reinigung von Toiletten und Türklinken

Wegen des Keimskandals wird die Station geschlossen. Doch unfassbar: Nach Wiedereröffnung im Januar 2012 wurden weiter lediglich 2 Paar Handschuhe für alle Stationen, zur Desinfektions- und Reinigungsarbeiten bei Toiletten und Türklinken benutzt.

Alle Toiletten und Türklinken mit Keimen verseucht

Ein Hygienegutachten des "Deutschen Beratungszentrums für Hygiene" (BZH) kommt zu dem Schluß, dass die Putzfrauen mit nur einem einzigen Handschuh-Paar sämtliche Toiletten und Badezimmer reinigten. Alle Toilettenbürsten und Türklinken seien mit Keimen verseucht gewesen.

Frühchen-Personal trug Schmuck
trotz Verbot

Der Hygieneexperte Zastrow erklärte bezüglich der Hygienesituation auf der Frühchen-Station, dass es absolut tabu ist, dass Pflegepersonal auf Frühchenstationen Schmuck wie Ringe, Armkettchen oder Uhren an den Händen tragen. Ebenso künstliche Fingernägel.

Trotzdem behauptete der Abteilungsleiter in der Gesundheitsbehörde, Matthias Gruhl, dass fachlich nicht geschlampt worden sei. Das hätten die Experten vom RKI bestätigt.“ Das RKI widersprach dem.

Gutachter: Aufklärung über Hygiene-Mängel nicht erwünscht

Im Juli 2012 erklärt der Desinfektionsexperte Konrad Sextro, dass von ihm geforderte Gespräche mit den Mitarbeitern und Verantwortlichen über die Mängel bei den Reinigungsarbeiten nicht im gewünschten Zeitraum zustande kamen. Er hätte den Eindruck bekommen, dass dies nicht gewünscht war, sagte der Experte vor dem Bremer Auschuss der zur Aufklärung des Keimskandals eingesetzt wurde.

Personalstärke hatte nichts mit Keimausbruch zu tun

aut Aussage eines Berichtes des "Robert-Koch-Institutes" (RKI-Bericht) hatte die Zahl der Mitarbeiter auf der Neugeborenen-Station bezüglich des Keimausbruches keine Rolle bei der Verbreitung des Keims gespielt.
Trotzdem behaupteten genau dies die Verantwortlichen, der Untersuchungsausschuß und die Bremer Medien immer wieder. während des gesamten Verlaufs der zweifelahften Aufarbeitung des "Keim-Skandals".

Der Keim-Skandal wird zum Auschuss-Skandal

Dass der in Bremen eingesetzte Untersuchungsausschuß unter anderem von Parteifreunden der betroffenen damaligen SPD-Gesundheitsenatorin Jürgens-Pieper geleitet wird, ist in Bremen nichts neues:

SPD-Familie Grotheer und der Keimskandal

Im Untersuchungsausschuss sitzt Antje Grotheer. Frau Grotheer war nach einer kurzen Rechtsanwaltstätigkeit persönliche Referentin von EX-SPD-Senator Lemke.
Sie ist die Ehefrau des ehemaligen Chef SPD-Mitte, früherer Staatsanwalt, dann Richter und schließlich Gerichtspräsident Wolfgang Grotheer, der außerdem noch im Richterwahlausschuss sitzt.

Ausschussbewerbung der Lebensgefährtin des Staatsanwalts via Grotheer kommt nicht an

Erstaunlicherweise war die Bewerbung von Ilka Krüger, einer auf Medizinrecht spezialisierten Richterin am Bremer Landgericht, Lebensgefährtin des Staatsanwaltes Picard, als wissenschaftliche Assistentin, die den Keim-Untersuchungsausschuss beraten sollten, nicht beim Ausschuss angekommen. Ihre Bewerbung hatte Sie mündlich bei ihrem Vorgestzten eingericht. Vorgestzter war Gerichtspräident und SPD-Parteigenosse Grotheer.

Ilka Krüger hatte sich über Ihren Vorgesetzten Vizepräsident des Landgerichts Wolfgang Grotheer mündlich beworben.
Der CDU-Politker Hinners warf der SPD-Genossin Grotheer vor, sie habe durch ihre Fragen und „juristische Spitzfindigkeiten“ versucht einen Gutachter in seiner Glaubwürdigkeit zu diskreditieren und dadurch von den Fehlern der Gesundheitsbehörde mit Senatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) abzulenken.

Druck auf ermittelnden Staatsanwalt?

Nachdem der ermittelnde Staatsanwalt Uwe Picard die Gesundheitsbehörde bezüglich ihrer Informationspolitik kritisiert hatte, gab es vor der Pressekonferenz zum Skandal einen Anruf der Gesundheitssenatorin bei ihm, den er als höchst befremdlich bezeichnete, da es ungewöhnlich sei, dass ein Mitglied der Landesregierung während der Ermittlungen anriefe.

SPD-Staatsrat Schuster macht Dienstaufsichtbeschwerde gegen Staatsanwalt

Sofort nach Bekanntwerden des Skandals leitete Staatsanwalt Picard Ermittlungen gegen die Krankenhausmitarbeiter ein. Deswegen leitete SPD-Genosse, Gesundheitsstaatsrat Schuster (auch für Jobcenter verantwortlich) eine Dienstaufsichtbeschwerde gegen Picard ein, weiler meint Picard hätte keine Grund für Ermittlungen gehabt.

Für Bremer Medien ist Keimausbruch ungeklärt. Mitschuld sei aber Personalmangel

Die Bremer Medien behaupten nach dem Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses (B&B 26.11.12 und WK am 4.12.12), dass die Ursache für den Keimausbruchnach wie vor ungeklärt sei, aber auf Personalmangel zurückzuführen sei. eine übliche entschuldigung in Bremen für Schlamperei und Unfähigkeit in Bremer Behörden - nicht zuletzt protegiert von Gewerkschaften.

70 Mio-Erlass für Bremer Kliniken

70.000 Euro Schulden erließ der Bremer Staat der „Gesundheit Nord“ ( Bremer Kliniken). Laut B&B zahlt das der Steuerzahler.
B&B 22.11.08

Infos über Notfalldienste
nur mit Zeitungs-Abo?

Es ist schon erstaunlich, will man in Bremen konkret erfahren, welches Krankenhaus aktuellen Notfalldienst hat, scheint man eine Bremer Tageszeitung abonnieren zu müßen.
So steht es auf der Website für den ärztlichen Notfalldienst der Bremer Krankehäuser.

Konkreter Fall: ein Notfallpatient fragt bei seinem Arzt nach, wohin er sich wenden müßte, wenn er wegen eines Notfalls am Auge einen Notdienst aufsuchen müße. Dieser nennt ihm - wie es auch auf der Webseite steht - das Klinikum Mitte. Der Notfallpatient radelt also mit entzündetem Auge - mangels Auto - extra mit dem Fahrrad ins Klinikum Mitte.... und wird dort abgewiesen mit der Info, er müße zum St. Josef-Stift-Krankenhaus. Man würde sich mit denen bezüglich des Notfalldienstes im wöchentlichen Wechsel ablösen.
Anscheinend werden die niedergelassenen Ärzte in keiner Weise darüber informiert.
Auf jeden Fall erfordert es wohl ein Weser-Kurier-Abo , wenn man über den aktuellen Stand der Dienstbereitschaft informiert werden will.

In einem anderen Fall ruft ein Patient mit einem äußerst schmerzhaften Meniskusriß außerhalb der allgemeinen Praxiszeiten unter der Telefonnummer des Bremer ärztlichen Notdienst an. Dieser schickt ihn zum zentralen ärztlichen Notfalldienst Klinikum-Mitte.
Nach 1 Stunde Wartezeit bekommt er dort gesagt, es sei Wochende, man könne nichts für ihn tun. Man entschuldigt sich, dass der Arzt am Telefon das nicht gewußt hätte.
Prima, dann hätte er besser gleich zu Hause bleiben und sich das Taxi sparen können.

Behörde findet über ein halbes Jahr Legionellen-Quelle nicht

"Bürger werden informiert, wenn es Behörden in den Kram paßt"

Seit über einem halben Jahr gelang es der Bremer Gesundheitsbehörde - verantwortlich SPD-Senatorin Eva Quandte-Brandt - nicht, die vermutete Quelle für eine schwere Legionellenerkrankungswelle in Bremen zu finden - und das seit Monaten. Vermutet wurde eine große Kühlanlage im Bremer Westen. 3 Tote gabe es schon. Mehrere schwebten in Lebensgefahr. Seit November 2015 hatten sich in Bremen 41 Menschen mit der Lungenerkrankung angesteckt:

Gesundheitsbehörde vertuschte Legionellenerkrankung

Im November 2015 ging die Behörden an die Öffentlichkeit. Bei der 2. Welle im März nicht mehr.
Selbst der WK, nicht unbedingt bekannt für kritische Berichterstattung, schrieb in einem Kommentar der Autorin Kathrin Aldenhoff: "Die Bürger werden informiert, wann es den Behörden in den Kram passt."
E
nde März 2016: Immer noch haben Bremens Behörden nur eine "Vermutung": „eine große Kühlanlage im Bremer Westen“ ist die Quelle der Legionellen. Immer noch haben sich - trotz Meldepflicht seit 11.März - nur 11 Betreiber von 100 vermuteten Anlagen gemeldet.
Und obwohl so eine Kühlanlage groß ist, „finden“ Bremens Behördenmitarbeiter seit nun einem halben Jahr nichts. Wenigstens wo die Kühlanlagen sich befinden, haben die Behördenverteter herausgefunden: aber nur 48 von 100.
WK 24.3.16 / 5.3.16 / 27.3.16
Zu SPD-Genossin Quandte-Brandt bitte auch lesen: "SPD-Genossin von der BRAS zur Bremen-Bevollmächtigten"

Legionellen-Quelle wird nie gefunden

Die Legionellenquelle wird letztendlich nie gefunden. Die Krankheitsfälle "verschwinden von allein". Vermutet wird, die Verursacher hätten die Kühlanlagen inzwischen heimlich desinfizieren lassen. Nach den Täter wird nicht mehr gesucht.

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