Medien

Falschmeldungen Bremer Medien in Serie über Zahl der Ausbildungsplätze

Am 28.7.11 verbreitet Buten&Binnen-Reporterin Lena Döring die Falschmeldung der Arbeitsagentur, daß es 2011 angeblich 700 freie Ausbildungsplätze in Bremen gäbe. Am nächsten Tag plappert es der Weser-Kurier nach und 3 Tage später auch der Weser-Report .
Die B&B Reporterin griff dabei 3 Beispiele in Ihrem Beitrag heraus:
Einen Dachdecker, das Ingenieursunternehmen "Ferchau" und das Wachdienstunternehmen "WAKO"

Anstatt 700 nur 200 Ausbildungsplätze

700 freie Ausbildungsplätze?
Wir recherchierten: Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze auf der offiziellen Webseite der Arbeitsagentur für Bremen lag zu der Zeit genau bei 200. Keine Spur von 700 Plätzen. Erstaunlich dabei: Die Zahl der Auszubildenden die dort einen Ausbildungsplatz suchten lag ebenfalls genau bei 200. Welch Zufall!
Von wem hatte also Frau Döring diese Zahlen. Wir fragten im Vorfeld bei Frau Döring nach, erhielten aber keine Antwort von ihr.

Interessant ist: Es gibt in ganz Bremen zwei freie Ausbildungsplätze für Dachdecker, aber 28 Ausbildungssuchende waren in der Jobbörse der Arbeitsagentur gemeldet.
Laut Jobbörse gibt es in Bremen nur eine einzige Stelle als Fachkraft für Schutz- u. Sicherheit (bei der Firma WAKO) Aber 62 Jugendliche suchen da einen Ausbildungsplatz.

6 Tage später im WK: nur noch ca. 500 Ausbildungsplätze - Doch auch die findet man nicht!

Wieder ist es die WK-Journalistin Yvonne Nadler, die hier am 4.8.11 ("549 Lehrstellen in Bremen frei") zusammen mit ihrem Kollegen Günther Hörbst ("Handelskammer fordert Pakt für Fachkräfte") Falschmeldungen verbreitet (Siehe Artikel auf dieser Seite: Der WK, die falschen Angaben über gesuchte Fachkäfte und die PR für Bremer Zeitarbeitsfirmen").
Es gäbe laut Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen, am Stichtag 2. August 2011 „... noch rund 500 freie Lehrstellen in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen“.
Gleicher Tag, gleiche Zeitung: Reporterin Yvonne Nadler unter dem Titel „549 Lehrstellen in Bremen frei“. "Jugendliche, die noch keine Lehrstelle haben, können sich bei der Handelskammer melden und nach freien Stellen fragen."
HBpublik begab sich auf die Website der Handelskammer Bremen: Dort gibt es die Lehrstellenbörse: Also suchten wir da:
Nach Bremer Lehrstellen für folgende Berufe wurde gesucht:
SUCHBEGRIFF: Fachkraft für Schutz und Sicherheit.
Ergebnis: „Es wurden keine Datensätze gefiunden, die den Suchkriterien vollauf genügen“
SUCHBEGRIFF: Produktdesigner
Ergebnis: „Es wurden keine Datensätze gefiunden, die den Suchkriterien vollauf genügen“
SUCHBEGRIFF: Einzelhandelskaufmann, Industriekaufmann
Ergebnis: „Es wurden keine Datensätze gefiunden, die den Suchkriterien vollauf genügen“
SUCHBEGRIFF: Koch
Ergebnis: „Es wurden keine Datensätze gefiunden, die den Suchkriterien vollauf genügen“
SUCHBEGRIFF: Restaurantfachkraft
Ergebnis: „Es wurden keine Datensätze gefiunden, die den Suchkriterien vollauf genügen“

HBpublik sprach daraufhin mit Herrn Fonger :
Angesprochen auf diese Suchergebnisse erklärte dieser, daß
1. sie die Arbeitgeber ja nicht zwingen könnten, Lehrstellen bei ihnen zu veröffentlichen
2. die meisten Lehrstellen in der Jobörse der Agentur für Arbeit wären.
Doch sieh oben, da gibt es insgesamt nur 200!
Übrigens: Auf der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Bremen sind nur ca. 14 Lehrstellen aufgelistet. Keine Friseure!
Deshalb noch ein Pinocchio-Award für Yvonne Nadler und einen für Günther Hörbst
Wie die Arbeitsagentur die Lehrstellenstatistik frisiert
Wer mehr wissen möchte, wie die Arbeitsagentur die Lehrstellenstatistik frisiert, sollte sich den "STERN" 3/09 kaufen. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir diesen überaus interessanten Artikel aus dem "STERN" nicht veröffentlichen.

Anstatt 183 fehlten in Bremen 3700 Lehrstellen

Anstatt fehlender 183 Lehrstellen, fehlten in Bremen 3700 Lehrstellen. Das fanden nicht etwa Behörden oder die Bremer Propagandamedien heraus, sondern, laut B&B vom 9.2.16, Schüler heraus, indem sie sich direkt bei der Arbeitsagentur informierten.
Bericht im Rahmen der Armutskonferenz"B&B 9.2.16

5 Jahre später: der WK veröffentlicht Lehrstellenbetrug

Dazu bitte lesen: "WK und B&B geben nach 5 Jahren Lehrstellenlüge zu"

Zeitarbeitsmesse 2011:
Medien verschweigen -
Gewalt gegen Demonstranten

Am 21.5.2011 findet in der Waterfront die Zeitarbeitsmesse statt.
Am 18.5.11 schalteten die Veranstalter dieser Messe eine ganzseitige Anzeige unter dem Titel „Arbeit mit Zukunft“ unter anderem im Weser-Kurier.
Finanziert wurde die teuere Anzeige, die dem WK mal eben so um die 10.000 Euro brachte, von den Unterstützern dieser Leiharbeit - zu (zum großen Teil) Dumpinglöhnen - unter anderem vom „Bremer Jobcenter", der Bundesagentur für Arbeit der DEKRA (siehe: "Wie Radio Bremen Ausbeuter positiv darstellt"...) "Teamworker" (Dazu lesen: "Die SPD-Bürgermeister-Ehefrauen, das Müttergenesungswerkes,die AWO und die Schillers"...) und ZIP (siehe "Vadib, ZIP, VHS, die DKP und die Arbeitsagentur") .
So wird klar, warum im WK am 14.5.11 der Journalist Guido Fink, unter dem Titel „Zeitarbeitsbranche wirft sich ins Zeug“ einen Propagandaartikel für die Zeitarbeitsfirmen schreibt. (Dazu weiterlesen: "WK veröffentlicht falsche Behauptungen dubioser Zeitarbeitsfirmen")

Das Anzeigenblatt "Weser-Report" betreibt hier ebenfalls Propaganda für den illustren Mitveranstalter der Zeitarbeitsmesse „TEAMWORKER“ des "Schiller-Clan" :
In einem Artikel vom 18.5.11 „Netzwerk soll Familien helfen“ darf sich Burkhard Schiller, gleichzeitig AWO-Chef , als Gutmensch präsentieren. Zusammen mit der Handwerkskammer, die von den Zwangsbeiträgen ihrer Mitglieder lebt, hat er ein „Netzwerk“ geknüpft, um „Familien zu helfen". Das macht sich immer gut und ist in Bremen momentan ungemein "in", wenn es darum geht von anderen nicht so schönen Vorgängen bei manchen Organisationen abzulenken.
Mit keinem Wort erwähnte übrigens der „Weser-Report“ die erstaunlichen Zusammenhänge des Ehepaares Schiller im Zusammenhang mit der AWO, der Zeitarbeitsfirma "TEAMWORKER", der "BPSM" und „AT.WORK“
(Dazu lesen: "Die SPD-Bürgermeister-Ehefrauen, das Müttergenesungswerkes,die AWO und die Schillers"...)
oder:
"Wie der Weser-Kurier Inhabern von dubiosen Zeitarbeitsfirmen ein Podium gibt"

In einem nicht als Anzeige ersichtlichen Beitrag in derselben Ausgabe des "Weser-Report“ durfte sich dann der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Bremen“ Götz von Einem, in trauter Runde mit der illustren Bettina Schiller „Teamworker“ präsentieren. (Wir erinnern: Teamworker war überall in der Arbeitsagentur/Jobcenter“ mit Werbeplakaten vertreten).
Von Einem: „Ich empfehle allen Arbeitssuchenden den Besuch dieser Messe“. Das Foto dazu, machte der WK-Lokalreporter Martin Bollmann, der immer für Propaganda für Bremer „Honoratioren“ gut ist - auch wenn dabei die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Netzwerke werden bekanntlich von Spinnen hergestellt. Es ist zu hoffen, daß sich der ein oder andere nicht in diesem Netz verfängt.

Der WK, die falschen Angaben über gesuchte Fachkäfte und die PR für Bremer Zeitarbeitsfirmen

Unter dem Titel "Gastarbeiter braucht das Land. Deutschland sucht in den EU-Krisenländern nach hochqualifizierten Fachkräften" berichtet die WK-Journalistin Yvonne Nadler am 19.7.11 über den angeblichen Fachkräftemangel in Deutschland. Dabei macht Frau Nadler gleich PR für das in Bremen ansässige Zeitarbeitsunternehmen "Partner/Orange".
Es heißt in ihrem Artikel, die Bundesagentur für Arbeit (BA) suche verstärkt nach qualifizierten Bewerbern im Ausland, wie Spanien, Portugal und Griechenland. "Es ist nicht auszuschließen, dass wir demnächst auch Anzeigen in Spanien schalten", wird Rudolf Gabrielczyk von "Partner/Orange" zitiert.
Der geschäftsführende Gesellschafter der Zeitarbeitsfirma Partner/Orange betrachtet den Fachkräftemangel in Deutschland mit Sorge. Sein Unternehmen vermittelt neben Ingenieuren auch Facharbeiter wie Schlosser oder Elektriker an Firmen. Bundesweit könnte die Firma 500 Stellen besetzen, wenn es nur geeignete Bewerber gäbe.

Vielleicht hätte die WK-Journalistin Nadler, um den Wahrheitsgehalt der Firma "Partner/Orange" zu überprüfen, einfach mal ein paar Sekunden auf deren Website gehen sollen. Gibt man da unter JOBSUCHE oder STELLENMARKT als Stellensuche für Bremen INGENIEUR, Branche: ALLE ein, bekommt man verblüffenderweise die Antwort:
"Es wurden keine Ergebnisse gefunden, die ihren Kriterien entsprechen"
Soweit zum Fachkräftemangel bei Ingenieuren.

Arbeitsagentur: Keine Stellenangebote mehr, weil es keine Bewerber gibt

ichtig lustig - und eigentlich wieder mal passend für unsere Rubrik "Bremen ein Witz" ist dazu die Äußerung des Sprechers der Arbeitsagentur Bremen, Jörg Nowag, der immer wieder für einen Lacher gut ist.
Er behauptet tatsächlich, manche Unternehmen würden ihre Stellen nicht mehr ausschreiben, weil sie davon ausgehen, dass es sowieso keine geeigneten Bewerber mehr gibt. Das ist dann wohl die erstaunliche Erklärung für die nicht vorhandenen Stellenangebote der angeblich händeringend gesuchten Fachkräfte - auch auf der Seite von "Partner/Orange" - und natürlich im WK.

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75 % der Bremer Betriebe bilden nicht aus

Auf der sogenannten Bremer "Armutskonferenz so der Weser-Report" am 10.2.16, wäre veröffentlicht worden, daß 75% der Bremer Betrieeb nicht ausbilden. Die Handelskammer (Karl-Heinz Heidemeyer) behauptet das Gegenteil: im letzten Jahr seien 400 Ausbildungplätze unbesetzt geblieben. Das allerdings sagt nicht viel aus, denn wenn es z.B. 400 Aubildungsplätze im Bereich Gastronomie wären, wo von vornherein klar ist, daß man von deren überwiegend angebotenen Minjobs später nicht leben kann, ist es kein Wunder, daß genau diese unbesetzt bleiben.
medien8 und pinoaward2 "Falschmeldungen Bremer Medien in Serie über Zahl der Ausbildungsplätze"
"medien10 "Die dubiosen Lehrstellenzahlen des WK"

2016: Fast jeder dritte Bremer Jugendliche findet keinen Ausbildungsplatz

Nachdem wir über die unwahren Zahlen berichteten (siehe vorhergehende Artikel) änderte sich die Berichterstattung der Bremer Medien.
In der TAZ hieß es nun am 8.2.2016: "Fast jeder dritte Bremer Jugendliche findet keinen Ausbildungsplatz".
Thomas Schwarzer von der Arbeitnehmerkammer hätte erklärt: Seit vielen Jahren übersteigt das Interesse von ausbildungsinteressierten Jugendlichen das Angebot deutlich