Bremer Verbindungen

Der SPD-Staatsrat Knigge, der vorbestrafte Klinikchef Lindner und der Klinik-Ost-Skandal

Der ehemalige Klinik-Ost-Chef Andreas Lindner hatte am Ende des sogenannten "Klinik-Ost-Skandals" im Jahr 2006 einen Schaden von vermutlich 15 Millionen Euro verursacht. Obwohl Lindner vorbestraft war (2002 verurteilte das Landgericht Leipzig Lindner wegen versuchter Steuerhinterziehung zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung), wurde er ohne weitere Überprüfungen seinerzeit als Geschäftsführer eingestellt. Eine Personalakte über ihn existierte nicht.

Der Aufsichtsrat des Klinikums Bremen-Ost , u. a. SPD-Staatsrat Arnold Knigge, hatte sich 2005 nicht erkundigt, wen er als Geschäftsführer einstellte. Keiner wußte angeblich, daß diesem nebenbei die "Klinik Siekertal" gehörte, die Lindner mit Patienten aus Bremen-Ost versorgte. Damit das nicht auffiel, unterschrieb der CDU-Politiker aus Kassel und Anwalt Brand, der sich später selbst als Strohmann von Lindner bezeichnete, auf der einen Seite des Vertrages, den Lindner mit sich selbst geschlossen hatte.
Ein Vertrag mit der Siekertalklinik garantierte dieser eine feste Summe von 63.000 Euro egal wie viele Patienten aus Bremen da waren.
(Quelle TAZ 3.2.2007)

Der SPD-Staatsrat Arnold Knigge war seinerzeit Aufsichtsratsvorsitzender der KBO (Klinikverbund Ost) und will trotzdem von allen Vorgängen nichts gemerkt haben. Seine Dienstvorgesetzte: SPD-Gesundheitsenatoriun Karin Röpke, die später wegen der Affäre Kevin gehen mußte.

SPD-Staatsrat Knigge tritt wegen Gesundheit
Nord-Skandal zurück
...und bekommt Job an Uni

SPD-Staatsrat Arnold Knigge: war seit 1992 Vorsitzender der Aufsichtsräte der vier städtischen Kliniken und damit mitverantwortlich für einen Klinikskandal,
Gleichzeitig ist er erstaunlicherwiese Mitglied des Verwaltungsrats und des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit.

Transparency International:  Unvermögen der Kontrolle durch die Behörde

Transparency Deutschland:
"Der Bericht des Untersuchungsausschusses (zur Klinikaffäre) zeigt...Intransparenz und offenkundige Verfahrensdefizite bei der Berufung des Vorstandes der Gesundheit Nord, Tissen, und des Geschäftsführers des Klinikums Bremen Ost, Lindner...und Unvermögen der Kontrolle durch die Behörde und die Aufsichtsräte.
http://www.transparency.de/08-01-14_Bremer-Klinikskandal.1116.0.html

Der WK bezeichnet Ex-Skandal Staatsrat Knigge als Experten

Bezüglich desThemas ALG scheut sich der WK am 25.11.06 nicht, Ex-Staatsrat Knigge, trotz seiner katastrophalen Rolle beim Klinik Ost-Skandal als Experten für Arbeitsmarktpolitik darzustellen.
Knigge ist - man staune - nach den ganzen Skandalen immer noch im Aufsichtsrat der Arbeitsagentur.
In diesem Zusammenhang erklärt Knigge, es sei eine wirtschaftlich und soziale Notwendigkeit , daß ältere Arbeitnehmer länger als bis 60 arbeiteten. Das sagt jemand wie Herr Knigge, der 8 Jahre studierte, immer beim Staat (Partei) arbeitete - und nachdem er 2006 wegen des Skandals zurücktreten muß, zuerst in den Vorruhestand verabschiedet wird, um dann nach dem Skandal schnell einen anderen gut dotierten Job beim Staat zu bekommen.

Knigge bekommt Job
an Bremer Uni

Von 2007 bis 2010 wurde Knigge Leiter eines beschäftigungspolitischen EU-Projekts in Serbien. Auftraggeber: „Die Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung", ein Zusammenschluss von Versicherungen. Gleichzeitig ist er seit 2007 Lehrbeauftragter für kommunale Sozialpolitik an der Uni Bremen. (Ein beliebtes Rückzugsgebiet für Politiker. Siehe Ex-SPD-Abgeordneter Dittbrenner).

Seit 2009 ist er Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) -Kreisverbandes Bremen und Stellvertretender Vorsitzender der Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe und seit 2010 Gesellschafter der Beratungsgesellschaft HWB. Er ist zudem Mitglied der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Ebenfalls eine "Versorgungsanstalt" für Bremer SPD-Genossen .
Seit Seit 2011 ist er ehrenamtlicher Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände. 
Bitte immer berücksichtigen: ehrenamtlich heißt nicht unbedingt ohne Bezahlung

Restrafe Lindners trotz Wiederholungstat auf Bewährung

Andreas Lindner wurde im November 2007 vom Bremer Landgerichts zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der zuständige Richter, erklärte, es sei eine "straffe Zusammenführung" der fälligen Einzelstrafen von zusammen 14 Jahren. Doch schon Ende 2009 wird er aus der Haft entlassen. Der Rest seiner Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Klinikum-Ost: Sonderzahlungen trotz Minus

Die Geschäftsführung des Klinikums-Ost hatte mit ihren Führungskräften Verträge abgeschlossen, die Sonderzahlungen bei wirtschaftlichem Erfolg vorsahen.
2007 machte das Klinikum 2007ca. 3 Millionen Euro Minus. Die Geschäftsführung deutet die Verträge, um die Sonderzahlung trotzdem auszahlen zu können einfach um: wenn es der Geschäftsführung gelingt 150.000 Euro weniger Minus zu machen gibts die volle Prämie.
(Quelle: WK 24.2.07)

Gesundheitssenatorin lobt Knigge

Die damalige SPD-Gesundheitssenatorin Karin Röpke lobte Knigge für seine Kompetenz, seinen immensen Arbeitseinsatz und sein loyales Verhalten.
(Quelle: WR 23.7.06)

Ex-Geschäftsführer Klinik "Links der Weser" wegen Abrechnungsbetrug verurteilt

Der Ex-Geschäftsführer Klinik "Links der Weser" (20 Jahre lang) und ab 2009 kaufmännischer Geschäftsführer der zur Rolf Specht-Gruppe" gehörenden "Residenz-Klinik-Lilienthal", Peter Stremmel wurde 2014 wegen Abrechnungsbetrug in seiner Zeit im städtischen Krankehaus "Links der Weser" verurteilt. Der Schaden ging in die Millionen.
Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung wegen Abrechnungsbetrug verurteilt.
Stremmel betrieb auch eine Gesellschaft, die Krankenhäuser berät.
Zur Zeit seiner Verurteilung war Stremmel Chef am Klinikum Delmenhorst .

SPD-Gesundheitssenator Brückner
und ASB-Chef wissen von nichts

Von Korruption in der Klinik will der einstige Gesundheitssenator Brückner und ASB-Chef Tepperwien, obwohl sich dies über Jahre hinzog und Galla Ortsverbandsvorsitzender war nichts gewußt haben.

Das, obwohl schon 5 Jahre vorher die Staatsanwaltschaft gegen den ASB-Ortsverband Bremen-Mitte wegen „fortgesetzter Manipulationen der Abrechnungen“ ermittelte. Der Verband hatte für Mitarbeiter im Altenpflegedienst keine Sozialabgaben abgeführt.

Dramatische Hygiene im Krk St. Jürgen-Str.

1987 schlug der Chef der Unfallchirurgie, der seit 1982 über „postoperative Infektionen“ geklagt hatte, Alarm: Die hygienische Situation auf der Station hätte einen „dramatischen Charakter“. Als Bremens neue Gesundheitssenatorin seinerzeit ihren Antrittsbesuch machte, sah sie „überquellende Aschenbecher, leere Sprudelkästen, mit Medizin-Abfall vollgestopfte Müllsäcke“ im Flur vor einem Operationsraum. Die Senatorin: „So schlimm hatte ich mir das nicht vorgestellt.“

SPD-Senator Brückner gibt Hinweise
an Komplizen weiter

Seinerzeit schrieb der Spiegel:
"Sicher scheint schon jetzt, daß SPD-Landeschef Brückner nicht unbeschädigt aus der Affäre um den Klinik-Filz hervorgehen wird."
Brückner hatte z. B. anonym eine Postkarte mit einem Hinweis über gravierende Unregelmäßigkeiten bekommen. Kripo-Beamte fanden die Postkarte bei einer Hausdurchsuchung des Beschuldigten wieder. Die Karte trug den Eingangsstempel von Brückners Senatorenbüro.
Quelle: Der Spiegel 39/ 88, Spiegel 46/88, Spiegel 49/88

Bitte Originalartikel lesen http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531037.html

Der SPD-Senator Brückner und die Evangelische Kirche

Herbert Brückner (geb. 1938) absolvierte von 1957-63 eine Diakonenfachschule und die Kirchliche Hochschule Bethel mit dem Abschluß als Diakon.
1964-67 arbeitete er als Jugenddiakon der Evangelischen Heiliggeist-Gemeinde in Bremen-Vahr (Nord). 1967 übernahm B. das Amt des Landesjugendwartes der Bremischen Evangelischen Kirche. (Zur evangelischen Kirche bitte lesen: "3,9 Milliarden Steuergelder für christliche Kindergärten - 442 Millionen für Kirchengehälter")
Brückner war 1967-71 Vorsitzender des Landesjugendringes Bremen.
1964 trat mit 26 Jahren der SPD bei.Von 1971-75 Bremer Abgeordneter. Er war u. a. im Parlamentsausschuss für die Novellierung des Radio-Bremen-Gesetzes.
Bis 1988 war er SPD-Landesvorsitzender und trat nach dem Krankenhaus-Skandal zurück.

Brückner durfte in "Bremer Bürgerstiftung" über Vergabe öffentlicher Gelder entscheiden

Herbert Brückner war später im Stiftungrat der „Bremer Bürgerstiftung“* und saß dort in trauter Gemeinschaft mit (ehemaligen) Radio Bremen-, Weser-Kurier Chefs und grünen, roten u. schwarzen Parteigenossen
*Die Bürgerstiftung Bremen ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts von der Freien Hansestadt Bremen errichtet worden.

Galla bekommt nur 3 Jahre Gefängnis,
kann aber sofort fliehen

Aribert Galla wurde 1995 zu fast 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Aber man staune: ihm gelingt kurz darauf die Flucht in die Türkei. Ende 2011 stirbt er: in Bremen

Verkehr
Vereine, Stiftungen
Gesundheitswesen
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Der St-Jürgen-Krankenhaus /
Galla-Skandal

So titelte der Spiegel 1988:
"Ein halbes Jahrzehnt Korruption.
Ein Bremer Klinik-Chef soll jahrelang Schmiergelder kassiert haben.
Wurde der Genosse von SPD-Politikern gedeckt? "

Bestechungsgelder in Millionenhöhe hatten der Klinik-Chef des Krankenhauses St. Jürgen-Str. , SPD-Genosse, Ortsverbandsvorsitzender des ASB und Leitender Regierungsdirektor Aribert Galla und andere aus der „Schwarzgeldklinik“ (wie die "TAZ" es seinerzeit formulierte, eingesteckt. Schmiergelder vermutlich von Pharma-Firmen, Plasma-Produzenten, Bauunternehmern, Bettenlieferanten, Laborvertreibern und Leiharbeitsbetrieben.
Dutzende von Firmenbüros und Privathäusern wurden seinerzeit durchsucht, die Bremer Bürgerschaft hatte einen Untersuchungsausschuß eingesetzt.
(Zum ASB und seinen SPD-Parteigenossen bitte lesen: "Der ASB")

ASB zahlt Nachtlokal-Rechnung

Zum Feiern von Geschäftsabschlüssen wurde auch schon mal in Animierlokalen - nebst entsprechenden Damen - gefeiert.
Der Schatzmeister des Bremer Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zahlte die Rechnung

SPD-Bürgmeister Scherf und Senator Brückner verantwortlich

Seinerzeit verantwortlich für das bremische Gesundheitswesen: Senator und spätere SPD-Landesvorsitzende Herbert Brückner.

Bürgermeister Scherf versetze Klinik-Chef Galla in den vorzeitigen Ruhestand - wegen einer „wirklich auffälligen, ungewöhnlichen Form von Unfähigkeit und Inkompetenz“ (Scherf).

Galla hatte in seiner Zeit das Krankenhaus tief ins Minus gesteuert. Scherf will von all dem nichts gewußt haben.

Anstatt sofortige Strafverfolgung versetzt Scherf den Genossen Galla in den Ruhestand

Ohne ein amtsärztliches Gutachten versetzte Scherf Galla aus „gesundheitlichen Gründen“ in den vorzeitigen Ruhestand.

SPD-Abgeordneter und ASB-Chef
Tepperwien schützt Galla

Dem Bürgerschaftsabgeordnete Fritz Tepperwien, zugleich Landesvorsitzender des SPD-nahen ASB paßte das nicht.
Tepperwien hatte mit dem damaligen Senator Brückner zusammen Galla zu dessen Klinik-Posten verholfen - gegen den Widerstand von Fachleuten. Tepperwien war trotz seiner Rolle im Skandal von 1971 bis 1991 SPD-Bürgerschaftsabgeordenter und in zahlreichen Deputationen und Ausschüssen der Bürgerschaft u.a. in denen für Inneres, Gesundheit, Umweltschutz, Dienstrecht und Justiz. 1987 bis 1991 war er Schriftführer im Vorstand der Bürgerschaft. 1969 bis 1992 Landesvorsitzender für den Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB), für den er von 1973 bis 1992 als stellvertretender Bundesvorsitzender fungierte. Darüber hinaus fungierte er als Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund, Gesellschaft für soziale Hilfen in Bremen.
1994 gehörte er zu den Gründern von Samaritan International, dem grenzübergreifenden europäischen Zusammenschluss der Samariterorganisationen, und war bis 2005 dessen Präsident.

2 Jahrzehnte später: Tepperwien ist Bundesvorsitzender des ASB

2002: Fritz Tepperwien ist aufgestiegen: Er wart jetzt Bundevorsitzender des ASB.

Frau von Galla verdiente kräftig mit

Neben mysteriösen Firmen, die oft nur über einen Briefkasten verfügten, schaltete Klinik-Chef Galla ein Sammelsurium von Subunternehmern ein.
Z. B. zahlte ein Plasma-Abnehmer des Krankenhauses nicht ans Krankenhaus, sondern an einen medizintechnische Vertrieb. Der wiederum lieferte von der Blutbank georderte Labor-Gerätschaften, stellte aber auch schon mal auf Rechnung einer Firma „Buchhandlung A-Z“ (Geschäftsführerin: Ursula Galla) Überweisungen aus

Genosse Galla fuhr Jaguar - wechselte aber vorm Krankenhaus in einen Kleinwagen

Die Gallas besaßen diverse Häuser und Grundstücke bei Bremerhaven sowie eine Ferienvilla in der Normandie. Gallas Fahrzeug: Ein Jaguar. Doch um Bescheidenheit als guter Sozi zu demonstrieren, soll er immer kurz vor Erreichen des Krankenhauses in einen Kleinwagen umgestiegen sein. (Quelle WK 29.12.11)

650.000 Mark Schwarzgeld durch Plasmaspenden

Schwunghaft florierte in der Ära Galla auch der Handel mit Plasma aus gespendetem Blut. Dafür flossen von 1985 bis 1987 rund 650 000 Mark in ein Schwarzgeld-Depot.

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